Das goldene Kapp

Nach zwei Uebernachtungen sind wir nun in der Naehe von Cape d’Or gelandet. Am Morgen mussten wir unser Zelt in einem Regensturm abbauen, sodass wir diesmal ein Gaestehaus auf Spencer’s Island gemietet haben. Froh ueber vier Waende und einen Ofen haben wir uns hier gleich fuer drei Naechte eingemietet. So sassen wir am ersten Tag in voelligem Nebel, konnten nur den 20 Meter entfernten Leuchtturm ansehen und verspuerten leichte Reisemuedigkeit.

Muedigkeit verflog aber eigentlich schon wieder beim zweiten Morgenkaffee, als Laurie (unser Vermieter) mit einem Eimer frischem Gemuese fuer uns ankam. Wenn ich noch nicht von der kanadischen Gastfreundschaft geschwaermt haben sollte, so sei dieser Bericht zumindest ein kleiner Nachtrag. Bei einem Kaffee haben wir nicht nur Laurie’s Familiengeschichte kennen gelernt, sondern auch mehr ueber die kanadische Kultur gehoert. So hat Laurie zwei Regeln benannt:

  1. If you need help – ask for help. (Wenn Du Hilfe brauchst, frag danach. Randy, ein anderer Weggefaehrte, hat diese Regel spaeter ergaenzt: If you don’t ask for help - you might be the problem.)
  2. If you don’t bother them, they won’t bother you. (Wenn Du sie nicht stoerst, stoeren sie Dich auch nicht.)

Kanada zeigt sich nicht nur Gastfreundlich, sondern auch sehr liberal und sicher. Wir fuehlten uns noch nie gestoert und wurden auch noch nie mit irgendwelchen Problemen allein gelassen. Am besten erkundet man das Land, indem man immer fleissig Leute anspricht. Die helfen einem und erzaehlen gleich noch ein paar andere Dinge mehr.

Ich habe mich schon immer gefragt, warum in US-Filmen die Helden gerne mal schwungvoll aus dem Auto steigen und genauso schwungvoll die Autotuer zuschmeissen ohne sie abzuschliessen. In Kanada tun es die Menschen genauso. Sogar die Fenster bleiben offen und der iPod im Auto. Aber hier geht man eben nicht an fremde Dinge und so hatten wir in unserem Gaestehaus auch keinen Hausschluessel.

In den Tagen auf Spencer’s Island haben wir die Fossil Cliffs besucht und eine der weltgroessten Vorkommnisse an Fossilien direkt am Strand besichtigt. Seh beeindruckend – Fotos folgen. Im Provincial Park sind wir mal wieder ein klein bisschen gewandert. Hier hat uns Laurie’s Tochter das Eintrittsgeld abgenommen. Am Abend hatten wir unser wohl romantischstes Dinner der Reise auf Cape d’Or genossen. Bei Sonnenuntergang wurden wir von der Bedienung heraus gebeten. Sie sehen sich das Spektakel immer mit ihren Gaesten von draussen an. Die Bedienung war uebrigens auch eine von Laurie’s Toechtern. Am naechsten Tag ging es dann weiter Richtung Sued-Osten, also wieder mehr Zivilisation.

PS: Wir freuen uns hier immer sehr ueber Kommentare aus der Heimat!

PPS: Ihr koennt unsere Reiseroute hier nachverfolgen!


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