Nebel, Regen und Wale

Die nächsten zwei Tage waren gezeichnet von Nebel und Regen. Eigentlich hatten wir uns nach den Fesitvals bei Sonnenschein der letzten Tage erhofft, es würde so weiter gehen, aber nun folgten zwei Tage schlechtes Wetter und das ausgerechnet zu der Zeit, als wir Wale beobachten wollten. Die Erfahrung aus den Kayaks hatten gezeigt, dass es besonders spannend ist, diese Tiere möglichst nah zu sehen und so hatten wir eine Whalewatching-Tour im “Schlauchboot” gebucht.

Der Nebel war jedoch so dicht, dass man kaum die andere Straßenseite erkennen konnte und so dachten wir, dass die Tour ausfallen würde. Der Gedanke klang für den Veranstalter jedoch total absurd. Und wo fuhren wir zu acht mit einem erfahrenen Whalewatching-Guide hinaus in den Nebel. Alleine die Tour war schon ohne Tiere abenteuerlich. Nach wenigen Minuten hatten wir keine Ahnung mehr, wo sich das Land befand. Eine halbe Stunde später stellte der Guide dann auch noch das Boot komplett ab und bat uns, still zu sitzen. Um uns war nichts als weißer Schleier zu sehen. Das änderte sich auch nicht, als wir ein seltsames Röcheln vernahmen. Die ersten Wale schienen in der Nähe aufzutauchen. Aber eine Sichtung war unmöglich.

So ging die Tour noch ein wenig weiter, bis wir andere Schiffe sahen. Diese beobachteten zwei Bukelwale und hatten unseren Guide über deren Position per Funk aufgeklärt. Diese riesigen Tiere lagen nun dort, völlig ruhig, und machten keine Anstalten, irgendwelche aufregenden Bewegungen zu machen. Als dann aber die Tiere abtauchten und uns die Fluke zeigten, ging ein Raunen durch die Runde. Minuten später tauchten sie direkt vor uns wieder auf. Wie im Kayak saß man dort, völlig versteinert vor Aufregung und vergaß bald das Atmen. So hatte ich auch immer erst dann wieder die Kamera in der Hand, wenn die Wale etwas weiter weg waren.

Die drei Stunden Tour verging so wie im Fluge und schon bald waren wir wieder an Land. Das Erlebnis war beeindruckend, rückblickend war die Walsichtung vom Kayak aus aber noch aufregender. Die Nacht verbrachten wir im Nebel und starteten am darauffolgenden Tag in selbigen Richtung Wolfville und dem Blomidon Provincial Park. Der letzten Station vor Halifax.


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