Wildwasser-Raften
Nach einigen Tagen Einoede und viel Natur haben wir uns auf den Weg entlang der wunderschoenen Bay of Fundy gemacht. Sie ist gezeichnet vom weltgroessten Tidenhub und ist noch nicht so sehr vom Tourismus erschlossen. Entsprechend rough sind die Strassen, Highways auf denen man tlw. nicht schneller als 50 km/h fahren mag. Einen Hollaender hat es auch hierher verschlagen. Er hat einen Bauernhof, nennt sich “The old Dutchman” und steht im Ruf, den besten Kaese Nova Scotias zu fertigen. Im Uebrigen ist hier stark das sehr symphatische Motto “Buy local, think global” vertreten. So sind die Farmer Markets und die Abteilungen mit regionalen Essen in Supermaerkten nicht nur mit entsprechenden Qualitaetssigeln versehen sondern immer auch gut besucht.
In die Bay of Fundy muenden auch einige Fluesse. So auch bei Shubenacadie/Urbania, wo unser naechster Campingplatz lag. Wenn die Flut hereinkommt, steigt der Wasserspiegel um unglaubliche 16 Meter und veraendert das Land entsprechend stark. Da, wo die Flutwellen auf die Stroemungen des Flusses treffen oder Sandbaenke ueberspuelen, entstehen starke Stroemungen und irre Wellen. Auf diesen sind wir mit einem Schlauchboot geschwommen. Besser gesagt: wir waren Tidal Bore Raften. Dabei zieht man sich alte Klamotten an und steigt zu acht in ein Zodiak genanntes Boot. Dieses wird dann in die Wellen gesteuert, auf denen es zunaechst lustig umherhuepft und Wasser aufwirbelt. Spaetestens nach der dritten Welle sitzt man komplett im Wasser, lacht, jubelt und schreit und hofft nur, dass man nicht absaeuft. Es passiert schon mal, dass jemand ueber Bord geht. Wir sind jedoch sicher und superhappy wieder gelandet.
Bei der inbegriffenen Barbequeparty nach einer heissen Dusche haben wir dann David und Sarah kennen gelernt und mit den ersten fremden Menschen nach Laurie auf Spencer’s Island gesprochen. Sie sind beides Juniorprofessoren fuer Business Organization aus den USA und haben mit uns Reisetipps ausgetauscht.
Zurueck auf dem Campground habe ich mit nassem Holz versucht, ein Feuer zu starten. Lea lag naemlich mit blau gefrohrenen Lippen im Schlafsack. Mein Vorhaben wurde unterstuetzt von zwei Nachbarn. Beides Neufundlaender und Navys, die meine Probleme mit dem Feuer nicht mit ansehen konnten. Kurze Zeit spaeter hatten wir die groessten Flammen auf dem Campground und Lea konnte wieder raus kommen. Auf dem Weg ins Bett hat uns aber noch das Nachbarehepaar abgefangen. Die wollten mit uns noch mal auf unsere Hochzeit anstossen. Und weil man in Deutschland ja nur “Shotz” (also Kurze) trinkt, hat uns Cindy in ihrem Wohnwagen hochprozentige Cocktails bis spaet in die Nacht gemischt. Meine Wuensche, frueher ist Bett zu kommen, wurden steht’s mit einem neuen Glas White Russian abgebuegelt. Trotzdem sollten wir tags darauf nach Halifax fahren.
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- Published:
- 07.08.08 / 10pm
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- « Das goldene Kapp
Lunenburg »


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